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Sustainable Home Services in Germany. An Overview on Preconditions, Frameworks and Offers

Der WerkstattBericht basiert auf den Ergebnissen des Projekts "Benchmarking Sustainable Services for the Housing Sector in the City of Tomorrow" , das sich mit dem Konzept nachhaltiger wohnbegleitender Dienstleistungen in Europa auseinandersetzte. Dienstleistungen "rund um das Wohnen" spielen in der Wohnungswirtschaft eine immer größere Rolle. Sie gelten als effektives Mittel zur Kundenbindung und -gewinnung, werden als Instrument für ein aktives "Sozialmanagement" eingesetzt und können langfristig neue Geschäfts- und Ertragsfelder eröffnen. Beispiele gibt es mittlerweile viele: Umzugsservice, Geräteverleih, Mobilitätsdienstleistungen, Lieferdienste oder Internet-Marktplätze. Im Vordergrund des Forschungsprojekts standen wohnbegleitende Dienstleistungen, die eine nachhaltige Entwicklung fördern. Das Angebot eines Anbieters ist dabei als nachhaltig zu bezeichnen, wenn ihr Service entweder nachhaltigen Konsum fördert oder auf eine nachhaltigere Art als übliche Alternativen erbracht wird. Anhand der beiden Fallstudien, Berlin als Großstadt und Kleinmachnow als Kleinstadt, wurden daher mögliche Effekte wohnbegleitender Dienstleistungen auf die soziale, ökologische und ökonomische Dimension der Nachhaltigkeit hin geprüft. Darauf aufbauend wurden Strategien entwickelt, die Verbreitung nachhaltiger wohnbegleitender Dienstleistungen zu fördern. Der Berliner Wohnungsmarkt bietet hierbei relativ gute Konditionen für die Erbringung nachhaltiger wohnbegleitender Dienstleistungen, da aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte eine kritische Masse an potenziellen Nutzern vorhanden ist und der hohe Anteil sozialer Wohnungsunternehmen ein breites Service-Angebot begünstigt. Zudem führen hohe Leerstands- und Fluktuationsraten dazu, dass die lokalen Wohnungsunternehmen zunehmend im Wettbewerb zueinander stehen. Wohnungsunternehmen können hierbei wohnbegleitende Dienstleistungen effektiv als Marketinginstrument einsetzen, um sich Wettbewerbsvorteile zu sichern. Dass es in Berlin vergleichsweise gute Rahmenbedigungen für die Erbringung wohnbegleitender Dienstleistungen gibt, spiegelt sich auch in dem breiten Angebot kommunaler Wohnungsunternehmen und Genossenschaften in diesem Bereich wieder. Der Wohnungsmarkt in Kleinmachnow ist hingegen vom Kauf und Verkauf von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern geprägt. Der Anteil an selbstgenutztem Wohneigentum beträgt etwa 85 %. Neben dem einzigen kommunalen Wohnungsunternehmen sind somit Bauträger und Immobilienmakler die wichtigsten Akteure auf dem Kleinmachnower Wohnungsmarkt. Der Mangel an Wettbewerb auf dem Mietmarkt und die hohe Konkurrenz auf dem Eigentumsmarkt repräsentieren eher ungünstige Bedingungen für die Erbringung wohnbegleitender Dienstleistungen, was sich auch in dem beschränkten Angebot offenbart. Die beiden Fallstudien repräsentatieren beispielhaft die Rahmenbedingungen für das Angebot wohnbegleitender Services in Deutschland. Da wohnbegleitende Dienstleistungen insbesondere für den Mietermarkt geeignet scheinen, sind soziale Wohnungsunternehmen und -genossenschaften die dominanten Akteure für nachhaltige "Home-Services". Die Unternehmen bieten hierbei insbesondere Services an, die die Kundenbindung erhöhen oder infrastrukturelle Defizite im sozialen Bereich ausgleichen sollen und die somit nur indirekt finanzielle Vorteile für das Unternehmen bieten. Während Wohnungsunternehmen als Vermieter stets wohnbegleitende Services erbringen, gelten kommunale, gewerbliche oder gemeinnützige Institutionen nur als Anbieter von wohnbegleitenden Dienstleistungen, wenn sie bestimmte Services oder Dienstleistungskomponenten vor Ort beim Verbraucher erbringen. Kommunale Institutionen erbringen nachhaltige, wohnbegleitende Dienstleistungen eher indirekt über finanzielle Förderungen oder ergänzende Beratung zu bestehenden Angeboten von Wohnungsunternehmen oder Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Das Hauptbetätigungsfeld kommerzieller Anbieter ist die vor-Ort-Beratung zu ihren Produkten und Dienstleistungen sowie mobile Services (persönliche Pflege, Haushaltsdienste etc.). NGOs sind schließlich neben der Wohnungswirtschaft die wichtigsten Anbieter nachhaltiger wohnbegleitender Dienstleistungen, da sie auch in Bereichen aktiv werden, die keinen finanziellen Profit versprechen. Dementsprechend werden in Deutschland die meisten ökologisch, sozial oder ökonomisch nachhaltigen Services von oder in Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen erbracht. Wohnungsunternehmen arbeiten dabei in gewinnbringenden Bereichen häufig mit kommerziellen Anbietern zusammen, während sie bei sozialen, weniger lukrativen Dienstleistungen mit NGOs kooperieren und auf öffentliche finanzielle und personelle Förderung zurückgreifen. Um eine wohnbegleitende Dienstleistung hinsichtlich ihres Beitrags zur nachhaltigen Entwicklung besser beurteilen zu können, wurde innerhalb des Projekts ein Tool entwickelt, mit dem die direkten und indirekten Wirkungen des Services über ein Indikatorenset eingeschätzt werden können. Mittels dieses Tools können Anbieter von Dienstleistungen ihr Portfolio in Relation zu möglichen Erbringungsalternativen bewerten und so eine Diskussion innerhalb des Unternehmens anregen, um ihr Angebot nachhaltiger zu gestalten. Eine weitere Strategie zur Verbreitung nachhaltiger Dienstleistungen ist es schließlich, Good Practices nachhaltiger, wohnbegleitender Dienstleistungen in ihr Angebot zu integrieren.

  • Jonuschat, Helga and Scharp, Michael (2005): Sustainable Home Services in Germany. An Overview on Preconditions, Frameworks and Offers. WerkstattBericht Nr. 72. Berlin: IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung. Download (793.7 KB)