Das Podium: Prof. Dr. Uwe Schneidewind (links), Lydia Illge, Prof. Dr. Michael Opielka (rechts)

Soziale Nachhaltigkeit und Energiewende - Podium in Berlin

Über die wissenschaftlichen Herausforderungen, die sich aus den sozialen Voraussetzungen und Folgen der Energiewende ergeben, diskutierten die Leiter von zwei führenden Instituten der Nachhaltigkeitsforschung in Deutschland.

TERMIN:
26. November 2012

ORT:
ProjektZentrum Berlin der Stiftung Mercator, Neue Promenade 6, 10178 Berlin

PODIUMSGÄSTE:
Prof. Dr. Uwe Schneidewind (Präsident des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie)
Prof. Dr. Michael Opielka (Wissenschaftlicher Direktor des IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung)

FRAGESTELLUNG:
Das Projekt "Energiewende" wird durch soziale Verwerfungen bedroht. Steigende Energiepreise und die Kosten der Energieeffizienzsteigerung (Gebäudedämmung usf.) scheinen die soziale Ungleichheit zu verschärfen. Ein nachhaltiger Umbau des Energiesystems kann jedoch nicht gelingen, wenn die soziale Dimension vernachlässigt wird. Denn über Probleme der Ungleichheit hinaus umfasst sie ein weites Spektrum gesellschaftlicher Zukunftsgestaltung und Technologiebewertung.

Was ist das Soziale an der Energiewende?

Schneidewind: "Im Kontext der Energiewende müssen wir Verteilungsfragen bedenken und die Frage, wie gehen wir mit Armut um. Außerdem gehören dazu: Die Frage der Partizipation bei den anstehenden, großen Infrastrukturmaßnahmen. Und die Frage nach den gesellschaftlichen Trends: Wie stark ist die Energiewende gesellschaftlich hier anschlussfähig?"

Opielka: "Das Soziale im Kontext der Energiewende wird zu schnell als Kompensati-onsstrategie, als Reparaturbetrieb verstanden. Das ist viel zu verkürzt. Das Soziale ist etwas viel umfassenderes: das Gesellschaftliche auf allen Ebenen, Mikro, Meso, Makro. Wenn man den Blick so weitet, sieht man, dass es äußerst viele Möglichkeiten gibt, um die Energiewende zu unterstützen, dass es aber auch sehr viele Hindernisse gibt. Wenn man diese Hindernisse nicht beachtet, wird die Energiewende nicht gelingen. Die Energiewende ist eine Herausforderung für Governance, für Bildung und dafür, wie wir Zukunft in die Gegenwart hineinbringen."

Diese gemeinsame Veranstaltung von IZT und Wuppertal Institut richtete sich insbesondere an VertreterInnen von politischen Institutionen, Verbänden, Medien und Forschungseinrichtungen.