Brauchen wir eine Reform unseres Denkens? Das Potsdamer Manifest "We have to learn to think in a new way" in der Diskussion

27.01.2006, Ort: Akademie der Künste Berlin

Referenten
Prof. em. Dr. Hans Peter Dürr
Max-Planck-Institut für Physik; Gründer und Vorstand des Global Challenges Network e.V.
Prof. em. Dr. Dr. Günter Altner
Universität Koblenz-Landau; Mitbegründer des Instituts für angewandte Ökologie e. V.
(Öko-Institut), Freiburg
Im Gespräch mit:
Dr. Daniel Dahm
Institut für Haushalts- und Konsumökonomik, Universität Hohenheim
Prof. em. Dr. Rudolf Prinz zur Lippe
Arbeitsbereich Philosophie, Universität Witten/Herdecke
Prof. Dr. Rolf Kreibich
Wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer des Instituts für Zukunftsstudien und
Technologiebewertung (IZT), Berlin
und weiteren Gästen
Gesprächsleitung und Moderation:
Erhard O. Müller
Vorstand des Netzwerks Zukunft, Berlin

Das im November 2005 erschienene und mittlerweile von weit über 100 Persönlichkeiten unterzeichnete "Potsdamer Manifest" hat mit seinem Plädoyer für einen neuen erweiterten - organismischen - Denkansatz und der Aufforderung zur tiefgreifenden Umstrukturierung unserer sozioökonomischen Grundlagen und Institution eine Debatte über das gegenwärtige Verständnis von Wissenschaft, Kreativität und gesellschaftlicher Innovation in Gang gebracht. Im Mittelpunkt der Diskussion standen unter anderem die folgenden Fragestellungen:
Reicht unser seit der Aufklärung vorherrschendes kognitives Denken zur Erklärung unserer Wirklichkeit und zur Entwicklung zukunftsfähiger Handlungsoptionen aus? Welche Rolle spielen Intuition, Spiritualität und "Rückbindung an das Ganze" (religio) im Rahmen eines "neuen Denkens"?
Legen die Einsichten der Quantenphysik eine neue Weltdeutung nahe, die grundsätzlich über das materialistisch-mechanistische Bild einer "objektivierbaren Realität" hinausgeht - oder führt das Potsdamer Manifest mit seiner "organismischen" Weltsicht zu einer verhängnisvollen "Biologisierung des Sozialen", wie von einigen seiner Kritiker unterstellt wird?
Welche kreativen Möglichkeitsspielräume folgen aus den neuen Orientierungen des Denkens, wie sie das "Potsdamer Manifest" vorschlägt? Mit anderen Worten: Wie kommen wir von der bloßen Erkenntnis der Welt zum instrumentellen Handeln für eine zukunftsfähige Welt?
Last, not least: Wie lässt sich dieser neue Denkansatz auch in konkretes Handeln umsetzen? Kann das "neue Denken" in Wissenschaft, Politik, Kultur und Wirtschaft innovative und nachhaltige Kräfte für eine zukunftsfähige Entwicklung mobilisieren?

Zukunft der Zeitung

Zukunftsperspektiven Brandenburger Regionen

in Kooperation mit Inforadio, dem Nachrichtenprogramm des rbb


26.10.2006, Ort: European TelematicsFactory Berlin

Referentinnen und Referenten

Prof. Dr. Heiderose Kilper
Direktorin des IRS Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung, Erkner
Dr. Dietmar Woidke
Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, Potsdam
Jürgen Paul
Geschäftsführer des Technologie- und Gründerzentrums OPR GmbH in Neuruppin und Vor-sitzender des
Vereins der Innovationszentren in Brandenburg, Neuruppin
Prof. Dr. Rolf Kreibich
Geschäftsführender Direktor des IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Berlin

Moderation
Ute Holzhey
Leiterin der Wirtschaftsredaktion von INFOradio, Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB

"Weg von der Gießkanne" - getreu diesem Motto steuert das finanziell klamme Land Bran-denburg seine Wirtschaftförderpolitik seit dem 1. Januar 2006 um. Durch das neue Entwick-lungskonzept werden jetzt Fördermittel auf "Wachstumskerne" und Branchenschwerpunkte konzentriert. Doch wie praxistauglich und zukunftsfähig ist diese neue Politik? Können wach-stumsstärkere Städte und Gemeinden jetzt eher prosperieren? Gibt es daneben noch überzeu-gende Konzepte, den ländlichen Regionen wirtschaftliche Zukunftsperspektiven aufzuzeigen? Im Rahmen des Zukunftsgesprächs wurde diskutiert, wie praxistauglich und zukunftsfähig diese neue Politik ist und ob es weitere Konzepte gibt, den ländlichen Regionen wirtschaftli-che Zukunftsperspektiven aufzuzeigen.

Nach oben

Generationengerechtigkeit - muss die Verfassung geändert werden?

in Kooperation mit Inforadio, dem Nachrichtenprogramm des rbb


Referentinnen und Referenten
Anna Lührmann, MdB
Mitglied des Deutschen Bundestages, Bündnis 90/Grüne
Cornelia Hirsch, MdB
Mitglied des Deutschen Bundestages, Linkspartei.PDS
Dr. Ole Wintermann
Projektmanagement Aktion Demographischer Wandel, Bertelsmann Stiftung
Prof. Dr. Rolf Kreibich
Geschäftsführender Direktor des IZT - Institut für Zukunftsstudien und
Technologiebewertung, Berlin

Moderation
Alfred Eichhorn
Inforadio, Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb)

In vielen Bereichen wird heute auf Kosten nachfolgender Generationen gelebt. Dennoch wird generationengerechtes Handeln von der Politik bislang nur in Bezug auf die Reform der So-zialversicherungssysteme wahrgenommen. Doch Generationengerechtigkeit ist erst dann er-reicht, wenn die Chancen zukünftiger Generationen auf Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnis-se mindestens so groß sind wie die der heutigen Generation. Das IZT und die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen SRzG fühlen sich einer Zukunftsentwicklung und -gestaltung verpflichtet, die auf der Grundlage der Agenda 21 der Vereinten Nationen beruht. Eine solche Leitvision ist gekennzeichnet durch folgende Ziele: - Sicherung von Lebensquali-tät, wirtschaftlicher Entwicklung und Beschäftigung - Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und Schonung der Naturressourcen - Sicherung von sozialer Gerechtigkeit und Chancengleichheit - Wahrung und Förderung der kulturellen Eigenentwicklung und Vielfalt von Gruppen und Lebensgemeinschaften - Förderung menschendienlicher Technologien und Verhinderung superriskanter Techniken und irreversibler Umfeldzerstörungen. Nur auf einer solchen Entwicklungsgrundlage lässt sich die zentrale Forderung nach Generationengerechtigkeit verwirklichen. Die SRzG fordert deshalb zu Recht ein politisches sowie wirtschaftliches, soziales und kulturelles Handeln der Generationengerechtigkeit, durch das "die Chancen zukünftiger Generationen auf Befriedi-gung ihrer eigenen Bedürfnisse mindestens ebenso groß sind wie die der heutigen Genera-tion." Gemeinsam mit zwei Bundestagsabgeordneten, die mit 34 zumeist jüngeren Kollegen einen Gruppenantrag zur stärkeren Verankerung von Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland erarbeitet haben, wurde über das Thema Generationengerechtigkeit diskutiert.

Nach oben