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Energiewende "vernetzt" denken und modellieren

Anwohnerproteste gegen neue Stromtrassen und Windparks zeigen, dass auch sozial-ökologische Aspekte für den Erfolg der Energiewende wichtig sind. Im Forschungsprojekt "VerNetzen" wird daher das rein technisch-ökonomisch ausgerichtete Strommarktmodell "renpass" der Universität Flensburg um sozial-ökologische Schlüsselfaktoren sowie um Erfolgsfaktoren der Partizipation erweitert. Auf der Basis des nun realitätsnäher optimierten Strommarktmodells sollen anschließend Entwicklungspfade für eine zu 100 % erneuerbare Stromversorgung im Jahr 2050 modelliert werden.
© Bilfinger
VerNetzen: Sozial-ökologische, technische und ökonomische Modellierung von Entwicklungspfaden der Energiewende
2013 – 2016
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)  -  Förderprogramm: Sozial-ökologische Forschung (SÖF)

Beschreibung

Die Energiewende erfordert eine breite und transparente Diskussion darüber, wie schnell und zu welchen Kosten die 100%ige-Versorgung mit erneuerbaren Energien erreicht werden soll. Davon abhängig ist die Wahl der Ausbaukonzepte für Erzeugung, Transport und Speicherung der Energien, die auf technologisch-ökonomischer Seite Kosten und Dauer der Energiewende maßgeblich bestimmen. Die Akzeptanz der von den Baumaßnahmen betroffenen Bevölkerung kann dabei im positiven Fall kostenmindernd und beschleunigend, im negativen Fall jedoch auch kostentreibend und verzögernd wirken. Das Vorhaben dient insgesamt dazu, das komplexe Wirkungsgefüge aus technologisch-ökonomischen, sozial-ökologischen und politisch-rechtlichen Bedingungen der Stromversorgung über ein Simulations- und Optimierungsmodell abzubilden und auf dieser Basis Entwicklungspfade für eine zu 100% erneuerbare Stromversorgung zu modellieren.

Ziel des Vorhabens ist die Integration von sozial-ökologischen Schlüsselfaktoren und Erfolgsfaktoren der Partizipation in das bisher rein technisch-ökonomisch ausgerichtete Strommarktmodell "renpass". Dies wiederum soll die Darstellung ausdifferenzierter Entwicklungsoptionen der Energiewende am Beispiel einzelner Hotspotregionen ermöglichen. Diese methodische Entwicklung soll in enger Abstimmung mit Praxispartnern und einem wissenschaftlichen Projektbeirat erfolgen.

Weitere Infos

Englischsprachige Publikationen (peer review):

Mester, Karoline; Christ, Marion; Degel, Melanie; Bunke, Wolf-Dieter (2016): Integrating Social Acceptance of Electricity Grid Expansion into Energy System Modeling: A Methodological Approach for Germany. In: Wohlgemuth, Volker; Fuchs-Kittowski, Frank; Wittman, Jochen (Hg.): Advances and New Trends in Environmental Informatics. Stability, Continuity, Innovation. Cham, Schweiz: Springer International Publishing (Progress in IS), S. 115-129.

Christ, Marion; Soethe, Martin; Degel, Melanie; Wingenbach, Clemens (2016): Wind Energy Scenarios for the Simulation of the German Power System Until 2050: The Effect of Social and Ecological Factors. In: Wohlgemuth, Volker; Fuchs-Kittowski, Frank; Wittman, Jochen (Hg.): Advances and New Trends in Environmental Informatics. Stability, Continuity, Innovation. Cham, Schweiz: Springer International Publishing (Progress in IS), S. 167-180.

Deutschsprachige Publikationen:

Christ, Marion; Soethe, Martin; Degel, Melanie (2016): Windausbauszenarien unter Berücksichtigung gesellschaftlicher und ökologischer Rahmenbedingungen für die Simulation des deutschen Energiesystems bis 2050. In: TU Graz (Hg.): 14. Symposium Energieinnovation. Graz/Austria, 10.-12.02.2016.

Degel, Melanie; Christ, Marion (2015): VerNetzen: Sozial-ökologische und technisch-ökonomische Modellierung von Entwicklungspfaden der Energiewende. In: BMBF/FONA (Hg.): „Umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems“. Zwischenergebnisse der 33 Forschungsprojekte und der Wissenschaftlichen Koordination. Statuskonferenz BMBF-Fördermaßnahme 2015. Bonn, 15. und 16. September, S. 197-202.

Bunke, Wolf-Dieter; Christ, Marion; Degel, Melanie (2015): VerNetzen: Sozial-ökologische und technisch-ökonomische Modellierung von Entwicklungspfaden der Energiewende. In: Bundesnetzagentur (Hg.): Wissenschaftsdialog 2014. Technologie, Landschaft und Kommunikation, Wirtschaft. Bonn, S. 107-127.