Biomasse für periphere Räume

Können sich schwach besiedelte Landkreise selbst mit Energie autark versorgen, wenn sie nur konsequent ihre Biomasse - Holz, Gülle, Pflanzenreste, Schilfgras - in elektrischen Strom umwandeln? Welchen Beitrag können in diesem Zusammenhang auch Effizienzsteigerungen und weitere erneuerbare Energiequellen wie direkte Sonneneinstrahlung oder Wind leisten? Mit diesen Fragen befasst sich ein neues Forschungsvorhaben, das das IZT gemeinsam mit dem Deutschen BiomasseForschungsZentrum (Projektleitung) begonnen hat. Drei Landkreise wurden als Fallbeispiele ausgewählt: Das bayerische Cham mit eher guter Wirtschaftskraft und Waldreichtum, der Kreis Kyffhäuser mit besonders vielen Ackerflächen in Mitteldeutschland (Thüringen) und das nördliche Uecker-Randow (Mecklenburg-Vorpommern) mit einer durch Viehhaltung geprägten Landwirtschaft sowie besonders hohen Abwanderungstendenzen. Aufgabe des IZT ist es, die räumlichen, demografischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung von Biomasse in den drei Landkreisen zu erheben und anschließend nach vergleichbaren, dünn besiedelten Landkreisen in Deutschland zu suchen. Zuwendungsgeber ist das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).
© Pixabay
Beitrag der Biomasse zur dezentralen Energieversorgung mit dem Ziel der Daseinsvorsorge und Versorgungssicherheit für periphere Räume
2009
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Beschreibung

Die Biomasse als nachwachsender Rohstoff ist zuletzt allein durch die steigende Anzahl der Bioenergiedörfer verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gestoßen. Insbesondere in peripheren Regionen, wo Industrie und Gewerbe nur schwach angesiedelt sind, bieten die gegebenen Biomassepotenziale einen wichtigen Beitrag für eine alternative Form der Energieerzeugung und zur Entwicklung der ländlichen Wertschöpfung.

Ziel des Projekts ist es räumliche sowie technische Möglichkeiten einer verstärkten Nutzung der Biomasse als Hauptenergieträger bzw. als Teil einer dezentralen Energieversorgung näher zu bestimmen. Diese Betrachtung erfolgt unter der Berücksichtigung der Daseinsvorsorge und Versorgungssicherheit ländlicher Bevölkerungsgruppen.

Um dies zu erreichen wird im Rahmen des Projekts eine Auswahl von Referenzregionen vorgenommen, die sich in ihrer räumlichen, demographischen sowie in ihrer wirtschaftlichen Struktur unterscheiden. Außerdem erfolgt eine Charakterisierung von Bioenergieanlagen in technischer sowie in umweltwirksamer, räumlicher Hinsicht. Diese Charakterisierung erfolgt auch für weitere Erneuerbarer Energieträger wie Wind, Solarthermie, Photovoltaik, Wasserkraft, Geothermie und Klärgas.

Mit der anschließenden Entwicklung von Bioenergieszenarien bzw. Erneuerbare-Energien Szenarien werden unterschiedliche Regionen hinsichtlich einer möglichen Umsetzung klassifiziert.

Am Ende des Forschungsvorhabens stehen Handlungsempfehlungen, die sowohl politische Entscheidungsträger als auch Planer adressieren. Diese werden sowohl planerische, technische und wirtschaftliche Aspekte beinhalten, Aussagen zum rechtlich-administrativen Ordnungsrahmen treffen als auch Hinweise zu vorhandenen Unsicherheiten für die Übertragung der erarbeitenden Ergebnisse geben.

Schwerpunkt der Aufgaben des IZT ist die Thematisierung der räumlichen, demografischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen peripherer Regionen.

Publikationen