Emissionshandel und Klimaberichterstattung - ein Datenvergleich

Die Emissionshandelsstelle am Umweltbundesamt erfasst die aktuellsten Daten über den Ausstoß von Treibhausgasen. Alle emissionshandelspflichtigen Anlagenbetreiber (Kraftwerke, große Industriebetriebe) sind verpflichtet, jährlich ihre tatsächlichen Emissionen dorthin zu melden. Diese Emissions-Meldungen werden bisher aber nicht systematisch mit den Daten der nationalen Klimaschutzberichterstattung abgeglichen. Die Klimaberichterstattung berechnet die gesamten deutschen Emissionen, also auch diejenigen der nicht emissionshandelspflichtigen Sektoren (z.B. kleine Industriebetriebe, Haushalte, Verkehr, Landwirtschaft). Die IZT-Studie bereitete einen anonymisierten Abgleich zwischen beiden streng getrennt arbeitenden Datenbanken vor. Im Ergebnis sollte die nationale Klimaberichterstattung strengeren internationalen Anforderungen genügen. Dies ist die Voraussetzung für die Teilnahme am internationalen Emissionshandel und an anderen flexiblen Mechanismen gemäß der UN-Klima-Rahmenkonvention (UNFCCC).
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Datenaustausch zwischen Emissionshandel und Nationaler Klimaschutzberichterstattung
2010 - 2012
  • Umweltbundesamt
  • Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt)

Beschreibung

In Deutschland werden die Emissionen von Treibhausgasen (THG) in den beiden getrennten Systemen des Emissionshandels (ETS) und der Emissionsberichterstattung (National Inventory Report - NIR) erfasst: Unter dem ETS werden die Daten der Deutschen Emissionshandelsstelle am Umweltbundesamt (DEHSt) gemäß Monitoringberichten der emissionshandelspflichtigen Anlagenbetreiber erfasst. Dies entspricht einem Bottom-up-Ansatz und spiegelt die tatsächlichen Emissionen der Anlagen wider. Der Betrachtungsschwerpunkt liegt dabei eher auf den Output der emissionsverursachenden Prozesse. Dagegen werden die THG-Emissionen für den NIR in der Emissionsdatenbank des Umweltbundesamtes (ZSE) im Top-Down-Ansatz erfasst. Die Strukturierung der Emittenten erfolgt dabei gemäß IPCC und darüber hinaus entlang energiestatistischen Kriterien, Anlagen‑/ Verbrennungstechnik und immissionsschutzrechtlicher Einstufung. Der Betrachtungsschwerpunkt liegt dabei eher auf den Input der emissionsverursachenden Prozesse.

Insgesamt können die Daten aus dem Emissionshandel als die aktuellsten empirischen Daten aufgefasst werden, da insbesondere die dem NIR zugrundeliegenden Aktivitätsraten wie sie aus der AG Energiebilanz stammen nicht zeitnah verfügbar sind, sondern als Auswertetabelle oft lediglich vorläufigen Charakter besitzen. Daher ist die Nutzung der ETS-Daten für die Emissionsberichterstattung im maßgeblichen Interesse der Qualitätssicherung und –verbesserung im Sinne der Nutzung der bestverfügbaren Daten. Hierbei sind allerdings die strengen Datenschutzbestimmungen zu den anlagenbezogenen Daten des ETS zu beachten.

Im Vorhaben sollen umfassend anonymisierte Daten des Emissionshandels für den Vergleich mit den Daten der Nationalen Klimaberichterstattung aufgearbeitet werden. Dabei ist einerseits eine syntaktische Interpretation und Aggregation von Materialien- und Chargeninformation erforderlich. Andererseits sollen in quantitative Analysen Abdeckungsgrade der für ganz Deutschland berichteten Emission durch die Emissionen des ETS bestimmt und validiert werden. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt dabei auf den Emissionen aus Raffinerien, Kokereien und der der Eisen- und Stahlindustrie. Außerdem sollen die schon jetzt bei der DEHSt verfügbaren Daten zu den ab 2013 zusätzlich emissionshandelspflichtigen Anlagenarten aufgearbeitet und interpretiert werden.

Im Ergebnis soll somit die nationale Klimaberichterstattung validiert werden, um so auch den immer strengeren internationalen Anforderungen zu genügen, die auch Voraussetzung für die Teilnahme an den flexiblen Mechanismen (Emissionshandel, Joint Implementation, Green Development Mechansim) unter der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) sind.

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