Horizon Scanning: Früherkennung für die Umweltpolitik

Strategische Früherkennung wird bereits in vielen Unternehmen eingesetzt, um frühzeitig Veränderungen, Chancen und Risiken zu antizipieren. In der Politik ist dieses Vorgehen kaum verbreitet. Das Umweltbundesamt hat das IZT daher beauftragt, ein "Horizon-Scanning-System" zur strategischen Früherkennung speziell für die Umweltpolitik zu entwickeln. Dabei kooperiert das IZT mit dem Forschungszentrum für Umweltpolitik der FU Berlin und der Condat AG Berlin. Berücksichtigt wird dabei, dass es schon einige einschlägige Aktivitäten im Umweltsektor gibt: beispielsweise Modellierungen des Klimawandels und Folgenabschätzungen bestimmter Maßnahmen. Was fehlt, ist jedoch ein systematisches Monitoring bekannter Trends als auch die Identifikation neuer umweltrelevanter Entwicklungen. Das neue Forschungsprojekt soll sowohl Aufwand als auch Nutzen eines Horizon-Scanning-Systems für das Umweltressort ermitteln.
© Lea Pollaczek
Horizon Scanning und Trendmonitoring als ein Instrument in der Umweltpolitik zur strategischen Früherkennung und effizienten Politikberatung
2012 - 2014
Umweltbundesamt
  • Forschungszentrum für Umweltpolitik der FU Berlin
  • Condat AG

Beschreibung

Die Konzeptstudie steht zum kostenlosen Download bereit.

Zum Inhalt der Konzeptstudie:
Horizon Scanning ist ein Instrument zur strategischen Früherkennung ökonomischer, gesellschaftlicher, technologischer, politischer und ökologischer Veränderungen. Im Rahmen einer Konzeptstudie wurde geprüft, wie ein solches Instrument zur strategischen Früherkennung von Chancen und Risiken in der Umweltpolitik genutzt werden kann. Anlass sind vielversprechende Erfahrungen aus mehreren Ländern, in denen das Instrument des Horizon Scannings bereits gezielt politisch eingesetzt wird. Für den Aufbau eines möglichen Horizon Scanning Systems im Zuständigkeitsbereich des Umweltbundesamtes wurden deshalb entsprechende Konzepte und institutionelle Arrangements in anderen Ländern ausgewertet. Vor diesem Hintergrund und eigenen Überlegungen wurde ein Grundkonzept für ein umweltforschungs- und umweltpolitikbezogenes Horizon Scanning System entwickelt. In einer zweiten Phase wurden Erfahrungen mit der Identifikation und Beschreibung übergreifender sozio-ökonomischer Trends und neuer Ereignisse gesammelt sowie das Konzept im Rahmen eines Pilottests (mit Schwerpunkt "Nachhaltiger Güterverkehr" beispielhaft erprobt. Die zugrunde liegende Methodik besteht aus sieben Schritten: der Bestimmung der Informationsbedarfe und des Scanfeldes (Scoping), der Quellen- und Methodenwahl sowie der Themenrecherche (Scanning), der Identifikation sogenannter Umfeldthemen, einem Expertendiskurs und der Erstellung des Scan-Reports (Assessment zur Relevanz von Umfeldthemen). Der Bericht illustriert, wie der Workflow für ein Horizon Scanning im Detail aussehen könnte, zeigt Optionen für eine informationstechnische Unterstützung auf und macht Vorschläge für einen stufenweisen Aufbau eines Horizon Scanning Systems beim Umweltbundesamt.

 

 

 

Publikationen

  • 2016

  • Behrendt, Siegfried; Zieschank, Roland; Scharp, Michael; van Nouhuys, Jo (2016): Instrument zur Früherkennung umweltpolitischer Chancen und Risiken. In: Ökologisches Wirtschaften Jahrgang 31 (Nr.2), S. 35-39.

    Instrument zur Früherkennung umweltpolitischer Chancen und Risiken

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  • 2015

  • Behrendt, Siegfried; Michael Scharp; Roland Zieschank; Jo van Nouhuys (2015): „Horizon Scanning“ und Trendmonitoring als ein Instrument in der Umweltpolitik zur strategischen Früherkennung und effizienten Politikberatung. Konzeptstudie. Dessau: Umweltbundesamt (Texte, 106/2015).

    „Horizon Scanning“ und Trendmonitoring als ein Instrument in der Umweltpolitik zur strategischen Früherkennung und effizienten Politikberatung

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