Förderung nachhaltiger Landnutzungskonzepte (Projektkonzeption)

Das Projektkonsortium plant, in ausgewählten hessischen und sächsischen Regionen zukunftsfähige Landnutzungskonzepte zu entwerfen und zu erproben. Dabei arbeiten die WissenschaftlerInnen eng mit Wirtschafts-, Politik- und Gesellschaftsakteuren zusammen. Im Mittelpunkt steht die Förderung der regionalen Wertschöpfung: Ansässige Landwirte und Unternehmen sollen gestärkt aus den Pilotprojekten hervorgehen. Das Projekt kann daher kommunale Entwicklungsarbeit auch praktisch unterstützen - inklusive der Bereitstellung von Kompensationszahlungen für eventuelle Umweltmaßnahmen. 2019 soll das Hauptprojekt mit einer Laufzeit von fünf Jahren beginnen.
© Sebastian Lakner
Innovaland - Integrative Prozesse zur Förderung innovativer, nachhaltiger Landnutzungskonzepte in sozial-ökologischen Systemen
2017 – 2018
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Georg-August-Universität Göttingen, Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ, Leipzig
Hochschule Trier
Universität Leipzig
CoKnow Consulting

Beschreibung

In Anbetracht wachsender, diversifizierter Nutzungsansprüche und ungelöster Herausforderungen, wie Biodiversitätsverlust oder Klimawandel, bedarf es innovativer, kontextspezifischer Lösungsansätze, um die Agrarsysteme der Zukunft nachhaltiger zu machen. Um zu dieser Transformation beizutragen, plant das Konsortium INNOVALAND in vier "Innovaländern" in Hessen und Sachsen drei Innovationsprozesse zu konzipieren, zu testen und zu bewerten:

Erstens wird ein effektives Zahlungssystem für agrarbasierte Ökosystemleistungen und andere gesellschaftliche Leistungen entwickelt. Zweitens werden kommunale Innovationswerkstätten in vier lokalen Gemeindeverbünden durchgeführt. In diesen Werkstätten werden nachhaltige Landnutzungsstrategien entwickelt, um lokale Potenziale für nachhaltige Wertschöpfung zu entwickeln. Drittens wird durch digitale Innovation die Dokumentation von nachhaltigen Produktionssystemen ermöglicht. Auf einer nutzerfreundlichen Plattform werden vieldimensionalen Informationen zur Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette bereitgestellt. So wird die Transparenz für KonsumentInnen erhöht und damit eine Erschließung neuer Märkte für nachhaltige Produktionssysteme vorangetrieben.

Während der Konzeptionsphase hat INNOVALAND einen partizipativen Prozess zur Gewinnung von PraxispartnerInnen initiiert, um Ideen mit AkteurInnen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in ländlichen Gebieten kritisch zu reflektieren. Es wurden sieben Informationsveranstaltungen durchgeführt. Um möglichst unterschiedliche und zugleich innovative Regionen auszuwählen, wurden in Hessen im Werra-Meißner-Kreis (wirtschaftlich schwächste Region Hessens mit stark strukturierter Landschaft), dem Wetteraukreis (hohe wirtschaftliche Produktivität, sehr gute Böden, Nähe zur Metropole Frankfurt a.M.), dem Odenwaldkreis (starker landwirtschaftlicher Fokus auf Obstbau, Mittelgebirge) und der Rhön (Region mit erfolgreichem Regionalmarketing für Produkte und Tourismus, Mittelgebirgsregion) Informationsveranstaltungen durchgeführt. Die Veranstaltungen in Sachsen fanden im Vogtlandkreis (relativ stark strukturierte Landwirtschaft, viel im Nebenerwerb, gute Tourismuspotenziale, Mittelgebirgsregion), dem Landkreis Görlitz (schwache Wirtschaftsregion, Herausforderung Braunkohletagebaulöcher, arme Böden) und dem Landkreis Nordsachsen (relativ homogene Agrarflächen, gemischte Bodenqualität, Nähe zu Metropolregion Halle/Leipzig) statt. Zu den Veranstaltungen wurden BürgermeisterInnen, die Fachabteilungen der Kreise für ländliche Räume, Bauern- und Naturschutzverbändeverbände, Wirtschaftsförderungsgesellschaften, LandwirtInnen und interessierte Initiativen bzw. Personen der Zivilgesellschaft eingeladen. FirmenpartnerInnen wurden durch die TeilnehmerInnen auf Informationsveranstaltungen, durch bestehende Kontakte aus früheren Projekten und auf der Messe BIOFACH identifiziert. Basierend auf den Schreiben und dann anstehenden Kontaktaufnahmen werden zu Projektbeginn der Hauptphase in Sachsen und Hessen jeweils zwei "Innovaländer" festgelegt.

Publikationen