Was halten junge Menschen von Hirndoping?

Mehr und mehr Studierende und Auszubildende nehmen in Stresssituationen Medikamente, um die Konzentrationsfähigkeit zu erhöhen oder um Nervosität zu vermindern. Häufig unterschätzen sie die gesundheitlichen Folgen. Das IZT förderte in einem Diskursprojekt die Debatte unter jungen Menschen über Risiken des "Hirndopings" sowie über ethische und juristische Aspekte. Zu den Ergebnissen des Projektes gehört ein 20-seitiger "Werkzeugkasten" mit Handreichungen für die schulische und außerschulische Bildung. Vom Projekt initiierte ExpertInnen-Diskussionen können weiterhin auf YouTube nachverfolgt werden. Die Projekthomepage www.supermenschen.info bleibt online. Die besten Beiträge zum Schreibwettbewerb sind weiterhin im Jugendportal ze.tt des ZEIT-Verlags zu finden.
© mmp-stock
Diskurs ELSA: Junge Menschen und ihr Umgang mit ethischen, rechtlichen und sozialen Fragen der Leistungssteigerung durch Hirndoping
2015 - 2016
Bundesministerium für Bildung und Forschung

Kommunikationsbüro Ulmer

politik-digital e.V. / politik-digital.de

Prof. Dr. Dr. Ortwin Renn

Beschreibung

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Mehr Infos gab es bis zum 9.5.2018 auf der Projektwebsite
www.supermenschen.info

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Würdigung des Projekts im BMBF-Newsletter Gesundheitsforschung (Mai 2017)

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Video-Chats auf YouTube

Im Projekt haben bereits vier Expertendiskussionen als Live-Videokonferenzen (Google Hangout) stattgefunden. Sie stehen als Video auf der Projektwebsite zur Verfügung. Außerdem wurden die Inhalte jeweils in einem PDF-Dokument zusammengefasst.

Hangout 1: Hirndoping – Chemische Nachhilfe für das Gehirn
Video 1   [PDF 1]

Hangout 2: Die allzeit-bereit-Pille: Was macht Hirndoping mit unserem Körper?
Video 2   [PDF 2]

Hangout 3: Schöne, neue Welt? Wie sich Hirndoping auf unser Zusammenleben auswirkt
Video 3   [PDF 3]

Hangout 4: Was darf ich mit meinem Körper? Hirndoping aus rechtlicher Sicht
Video 4   [PDF 4]

Hangout 5: Hirndoping und Supermenschen: "Und was denkt ihr?"
Video 5
  [PDF 5]

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Weitere Informationen

Verbesserungstechnologien, zu denen Hirndoping zählt, haben möglicherweise Nebenwirkungen, die sich negativ auf die Gesundheit der Nutzer auswirken.

Die Verwendung leistungsstärkender Substanzen wirft dazu ethische und soziale Fragen auf. Welche Motive rechtfertigen den Gebrauch? Handelt es sich um persönliche Gründe sich zu verbessern, ist es der Druck der Gruppe oder der Gesellschaft? Führt die Nutzung von Verbesserungstechnologien womöglich zu einer größeren sozialen Ungleichheit oder werden dadurch die Kosten des Gesundheitswesens in unabsehbare Höhen getrieben? Was bedeutet diese Form der "Menschverbesserung" für den Mensch selber: Wird er nun zum "Bastelobjekt"?

Das Projekt "Hirndoping" (im Englischen "cognitive Enhancement") setzt sich zum Ziel:

  • den Gebrauch von Hirndoping sachlich und neutral zu diskutieren und ethische, soziale und rechtliche Fragen, wie sie oben angedeutet wurden, zu erläutern
  • junge Menschen an den Diskurs zu ethischen, rechtlichen und sozialen Fragen der modernen Lebenswissenschaften hierzu heranzuführen
  • einen Beitrag zur Rationalität der öffentlichen Kommunikation und zur Meinungs- und Willensbildung bei jungen Menschen zu leisten
  • Kompetenzen im Umgang mit Unsicherheiten, Komplexität und Ambiguität zu vermitteln
  • Vorgehensmodelle, Methoden und Instrumente für die schulische und außerschulische politische Bildung zu entwickeln, um so Orientierungswissen zur Relevanz und zu Qualitätsmerkmalen von Diskursen zu vermitteln
  • am Beispiel des Themas Reflexionen über kognitive Leistungssteigerung sowie Neuro-Enhancement insgesamt anzustoßen

Das IZT kennt die Verantwortung im Umgang mit jungen Menschen bei umstrittenen Themen und beachtet die Grundsätze des Datenschutzes streng. Aspekte des Gender Mainstreaming und der Barrierefreiheit werden als Querschnittsaufgabe in allen Projektphasen berücksichtigt.

 

Publikationen

  • 2016

  • Thio, Sie Liong; Britta Oertel; Mattis Jacobs; Carina Auchter; Tim Sippel; Alexa Schaegner (2016): JuHdo. Junge Menschen und ihr Umgang mit ethischen, rechtlichen und sozialen Fragen der Leistungssteigerung durch Hirndoping. Berlin: IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT-Text, 1-2016).

    JuHdo

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