Neue Prognosen für Luftschadstoffe

Die EU-Richtlinie (NEC) für Luftschadstoffe, wie beispielsweise Feinstaub und Stickoxide, wurde novelliert und damit verschärft. Das Umweltbundbundesamt beauftragte WissenschaftlerInnen, neue Emissionsprognosen für Deutschland für die Jahre 2020 bis 2035 zu entwickeln, um zu überprüfen, inwieweit nationale Minderungsmaßnahmen ausreichen. Das Projekt soll zudem Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Luftreinhaltung vorschlagen, mit deren Hilfe Deutschland die neue NEC-Richtlinie bei allen fünf Luftschadstoffen einhalten kann. Das IZT ist inhaltlich für die Bereiche stationäre Feuerungsanlagen in der Energieerzeugung und in industriellen Prozessen zuständig.
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NERC-Richtlinie: Weiterentwicklung von Prognosen für Luftschadstoffe für nationale Luftreinhalteprogramme
2017 - 2019
Umweltbundesamt

AVISO GmbH Aachen
Rheinisches Institut für Umweltforschung an der Universität zu Köln

Beschreibung

Die europäische NEC-Richtlinie (2001/81/EG) legt für die EU-Mitgliedstaaten Emissionshöchstmengen für Luftschadstoffe fest. Am 31.12.2016 trat mit der neuen NEC-Richtlinie 2016/2284 eine Novelle in Kraft.

Die neue NEC-Richtlinie legt für die Emissionen von fünf Luftschadstoffen Minderungsverpflichtungen der einzelnen Mitgliedsstaaten fest. Gegenüber dem Jahr 2005 sind die Emissionen der Schadstoffe Stickstoffoxide (NOx), flüchtige organische Verbindungen (NMVOC, ohne Methan), Schwefeldioxid (SO2), Feinstaub (PM) und Ammoniak (NH3) bis zum Jahr 2030 prozentual zu mindern.

Darüber hinaus beinhaltet die neue NEC-Richtlinie umfangreiche Berichtspflichten: Neben der jährlichen Emissionsberichterstattung sind alle zwei Jahre Emissionsprognosen für die genannten Schadstoffe zu berichten. Zudem ist ab 2019 ein regelmäßig zu aktualisierendes nationales Luftreinhalteprogramm zu erstellen. Neben Emissionsprognosen müssen die nationalen Programme auch Strategien und Maßnahmen zur Emissionsminderung inklusive einer Bewertung der Minderungspotenziale enthalten.

Im Auftrag des Umweltbundesamts wird das IZT mit seinen Forschungspartnern die Prognosen der Luftschadstoffe für die nationalen Luftreinhalteprogramme weiterentwickeln.

Schwerpunkt der Arbeit des IZT ist die Erstellung von Emissionsprognosen insbesondere für stationäre Feuerungsanlagen in der Energieerzeugung und in industriellen Prozessen. Für die Emissionsprognosen werden zwei Minderungsszenarien entwickelt, denen unterschiedliche Annahmen über Minderungsmaßnahmen zu Grunde liegen. Zum einen die aktuell gültige Gesetzeslage und zum anderen ein Szenario mit umweltpolitischen Maßnahmen, die darüberhinaus gehende Emissionsminderungen erwarten lassen.

Im weiteren Verlauf des 30-monatigen Projekts erfolgen eine räumliche Verteilung der prognostizierten Emissionen sowie eine Modellierung ihrer Verbreitung und eine geografische Auflösung der verursachten Luftbelastung.

Weitere Infos

Das Vorhaben baut methodisch und inhaltlich auf dem Vorgängerprojekt: "Luftqualität 2020/2030" auf.

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