Normen im demografischen Wandel

Wird das Erreichen eines hohen Alters zur Normalität, hat dies Konsequenzen für das Verständnis von Gesundheit und Krankheit. Bedeutet dies zum Beispiel, dass wir länger gesund bleiben oder dass wir länger krank sind? In der Wissenschaft existiert zu diesen Fragen bereits eine andauernde Diskussion. Gleichzeitig wandeln sich in einer alternden Gesellschaft Vorstellungen von Solidarität und Gerechtigkeit – sowohl in den verschiedenen Generationen als auch in den Kulturen und Religionen. Das Forschungsprojekt will daher verlässliches Wissen über das Wertgefüge und die Normentwicklung in einer alternden, durch Diversität und Technisierung gekennzeichneten Gesellschaft generieren.
Ziel ist es, ein kontextsensitives Matrixmodell zu entwickeln, dass die folgenden Konzepte und Dimensionen bestimmt: Gesundheit und Krankheit, Solidarität und Gerechtigkeit entlang der Dimensionen Alterung, Diversität und Technisierung. Aus dem Matrixmodell wird ein normativ fundierter Kriterienkatalog abgeleitet. Dieser Kriterienkatalog soll der Gesundheitspolitik und den im Gesundheitswesen Tätigen als praxisorientierte Grundlage dienen, um die Rahmenbedingungen der Gesundheitsversorgung in einer sich demografisch wandelnden Gesellschaft zu analysieren, zu gestalten und zu evaluieren.
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Normen im demografischen Wandel. Gesundheit und Krankheit, Solidarität und Gerechtigkeit (NoWa)
2017 - 2020
Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Ceres - Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Beschreibung

Zur Methodik:
Der konzeptionell-normativ ausgerichtete Forschungsteil (Forschungsmatrix) berücksichtigt unterschiedliche ethische Diskurstraditionen und weltanschauliche Begründungsmuster. Der kollaborativ-empirische Forschungsteil (Zukunftsdialog) fokussiert den inter- und transdisziplinären Austausch, um gemeinsam zukunftsfähige Handlungsempfehlungen und Orientierungshilfen zu erarbeiten.

Publikationen