Beiträge zur europäischen Ressourcenstrategie

Der Bedarf an seltenen Metallen steigt rasant. Bei einigen dieser Metalle ist weltweit die Versorgungssicherheit bereits gefährdet. Beispiele hierfür sind Indium, Antimon und Tantal, die für das Herstellen von Informations- und Kommunikationstechnik und Solarzellen benötigt werden und nur schwer durch andere Rohstoffe ersetzt werden können. Das Konfliktpotenzial in den Abbauländern erhöht sich - auch durch das Verhalten der Industrieländer. Im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) führte das IZT mit zwei Forschungspartnern daher Ende November 2006 einen Analyse- und Perspektivenworkshop zur Lösung des Problems der konfliktverschärfenden Rohstoffausbeutung bei seltenen Metallen durch. Der Workshop konzentrierte sich beispielhaft auf den Abbau des Erzes Coltan im Kongo, wo sich Rebellengruppen durch den illegal betriebenen Coltan-Abbau finanzieren und dies zu erheblichen gesundheitlichen und ökologischen Schäden führt. Wie sollten die Perspektiven für die Zukunft aussehen, wenn große Konflikte vermieden werden sollen
Beiträge zur europäischen Ressourcenstrategie am Beispiel seltener Mineralien
2006
Umweltbundesamt

Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie
adelphi research (Berlin)

Beschreibung

Die sozialen und ökologischen Effekte und Problembereiche der Ausbeutung von Rohstoffen sind seit Jahren Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und öffentlicher Debatten. Zunehmend wird erkannt, dass die Knappheit vieler mineralischer Rohstoffe (nicht nur die für das Funktionieren der Wirtschaft so wichtigen fossilen Energieträger) aufgrund des rasant steigenden weltweiten Bedarfs zusätzlich erhebliche Konfliktpotenziale birgt. Der Zugang zur Nutzung strategischer Metalle, die für Schlüsselbereiche der Industrie in vielen Ländern wesentlich sind, lässt zunehmende Konflikte befürchten. Strategische Metalle finden deshalb im Zusammenhang mit Versorgungssicherheit und Konfliktpotenzialen zunehmende Aufmerksamkeit. Die Debatte konzentrierte sich beispielhaft auf Coltan -aber auch andere wichtige mineralische Rohstoffe- und fokussierte hierbei insbesondere auf entwicklungs- und menschenrechtspolitische Fragen und Probleme.

Zusammenhänge zwischen der Verknappung von mineralischen Rohstoffen, dem damit verbundenen Konfliktpotenzial und Ressourcenmanagementstrategien in den Industrieländern werfen weitergehende Fragen auf:

 

  • Inwieweit unterstützt die Nachfrage aus den Industrieländern (insbesondere Europas) nach seltenen Mineralien Konflikte am Ort der Rohstoffgewinnung und bearbeitung?
  • Inwieweit haben die ersten politischen und unternehmerischen Reaktionen die Coltan-Problematik entschärft? Was kann aus den Konflikten im Kongo gelernt werden?
  • Welchen Einfluss haben hiesige bzw. europäische Unternehmen auf die Rohstoffextraktion und -verarbeitung in Entwicklungsländern?
  • Wie kann die Problematik nicht nachhaltiger Rohstoffausbeutung in Ländern außerhalb Europas und deren Nachfrage in die Ressourcenstrategie der EU bzw. in die Politik der EU und Deutschlands integriert werden?

Mit Blick auf diese Fragen führten das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, IZT, die Adelphi Research gGmbH und das Wuppertal-Institut Klima, Umwelt und Energie im Auftrag des Umweltbundesamtes einen Analyse- und Perspektivenworkshop am 30. November 2006 in Berlin durch. Hierzu wurde eine Situationsbeschreibung verfasst mit den folgenden Themen:

  • Technische Bedeutung von seltenen Metallen und Metallen für die Informations- und Kommunikationstechnik (IZT).
  • Bedeutung des Coltanabbaus im Kongo (DRC) sowie der wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen der illegalen Coltangewinnung und nutzung entlang der Wertschöpfungskette (Wuppertal Institut)
  • Maßnahmen und Konzepte zur Lösung des Problems der konfliktverschärfenden Rohstoffausbeutung (Adelphi Research).

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