Verbesserung von Rohstoffproduktivität und Ressourcenschonung

Allen Warnungen zum Trotz wächst der weltweite Rohstoffbedarf immens. Am Beispiel des Einsatzes von Kupfer in zwei wichtigen Branchen (Automobil und Informations- und Kommunikationstechnik) sowie am Beispiel des mengenmäßig besonders umfangreichen Ressourceneinsatzes in der Stahlindustrie als auch im Bau- und Wohnungswesen haben Wissenschaftler daher vor allem die folgende Frage untersucht: Welche Innovationen und Anreizinstrumente können dazu beitragen, den Rohstoffbedarf Deutschlands zu verringern und das Recycling von Produkten und Materialien zu verbessern? Die Antworten auf diese Frage werden am 24. Januar auf der Abschlussveranstaltung des Forschungsprojektes "Ressourcenproduktivität und Ressourcenschonung - Zukunftsdialog" vorgestellt. Als Referenten der Abschlussveranstaltung haben hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zugesagt, u.a. Staatssekretär Matthias Machnig (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit) und Prof. Dr. Andreas Troge (Präsident des Umweltbundesamts). An dem Forschungsprojekt waren in einem offenen Dialogprozess Stakeholder aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik beteiligt.
Verbesserung von Rohstoffproduktivität und Ressourcenschonung
2006 - 2008
Umweltbundesamt

Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie (Projektkoordinator),
Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP), Wuppertal

Beschreibung

In dem Vorhaben sollen für unterschiedliche Schwerpunktfelder Optionen zur Verbesserung der Rohstoffproduktivität und der Ressourcenschonung in Deutschland aufgezeigt werden. Um künftige Koalitionen für Systeminnovationen einzuleiten, sollen hierzu Potenziale, Akteure und Maßnahmenbündel in den ausgewählten Schwerpunkten "Bedürfnisfeld Bauen und Wohnen", "Rohstoffsystem Kupfer und IuK-Technologien" und der "Stahlbranche" identifiziert werden. Hierbei sind drei Workshop-Dialoge die zentralen Elemente des umsetzungsorientierten Vorhabens. Im einzelnen werden folgenden Schwerpunkte bearbeitet:

 

  • "Hot-Spot" Analyse und Potenziale (inkl. Literaturstudie)
    Auf Basis anderweitig laufender Forschungsprojekte wird ein Überblick über Potenziale zur Verbesserung der Rohstoffproduktivität und Ressourcenschonung erstellt. Dabei werden auf nationaler Ebene "Hot-Spots des Rohstoffverbrauchs" identifiziert. Zusätzlich werden Treiber (‚driving forces’) des Rohstoffverbrauchs dargestellt. Als Analysesysteme werden Rohstoffsysteme, Branchen sowie Bedürfnisfelder inkl. deren Produktlinien herangezogen. Eine Hochrechnung erfolgt mittels statistischer Verfahren. Die "Hot-Spots" werden zur Grundlage von akteurszentrierten Dialogen auf Workshops gemacht und dort vertieft.
  • Maßnahmenvorschläge zur Nutzung der Potenziale
    Ausgehend von den Ergebnissen der Literaturstudie und eigener Forschung sollen Maßnahmenvorschläge für prioritäre Rohstoffsysteme, Branchen und Bedürfnisfelder für alle relevanten involvierten Akteure (= Schlüsselakteure) erarbeitet werden. Unter Berücksichtigung der Handlungsmöglichkeiten staatlicher und wirtschaftlicher Akteure sollen Maßnahmen technischer, organisatorischer, systemtechnischer, rechtlicher oder finanzieller Art herausgearbeitet werden. Flankierend zu den Maßnahmen sollen die Interessenlagen der involvierten Akteure (Profiteure und Verlierer) sowie Umsetzungshemmnisse auf Seiten der Akteure sowie vor dem Hintergrund der internationalen (EU und weltweit) Marktsituation aufgezeigt werden. Auch dies wird zur Grundlage von akteurszentrierten Dialogen auf Workshops gemacht und dort vertieft.
  • Strategisch ausgerichteter Dialogprozess (Drei Workshops)
    Der Dialogprozess soll in drei Workshops so gestaltet werden, dass zum einen Mitmacheffekte in den beteiligten Bereichen erzielt werden und zum anderen die Anreizinstrumente mit der Zielsetzung thematisiert werden, am Ende des Prozesses ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Rohstoffproduktivität und Ressourcenschonung in den beteiligten Bereichen erarbeitet zu haben.
  • Begleitung des Dialogprozesses
    Eine angepasste Dialog-/Kommunikationsstrategie soll es erlauben, dass spezifische Schlüsselakteure in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wie auch die interessierte Öffentlichkeit erreicht wird. Hierzu werden unterschiedliche Transferprodukte genutzt.

Publikationen