Öffentlicher Verkehr zwischen Gemeinwohl und Kommerz

Das Projekt untersucht den Strukturwandel von Wertschöpfung und Strategien im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV), wenn dieser durch neue Mobilitätsdienste erweitert wird. Zusammen mit M-Five aus Karlsruhe untersucht das IZT zukünftige Handlungs- und Gestaltungsoptionen für die Unternehmensführung (Corporate Governance) unter den sich verändernden Bedingungen. Der zentrale Fokus liegt auf den Wertschöpfungsstrukturen und -prozessen. Dies umfasst Treiber, Wirkungszusammenhänge, Veränderungspotentiale im ÖPNV sowie Folgen für Arbeit und Beschäftigung.
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Öffentlicher Verkehr zwischen Gemeinwohl und Kommerz. Veränderung der Wertschöpfungsstrukturen durch neue Mobilitätsdienstleistungen
2020 - 2021
Hans Böckler Stiftung

M-Five GmbH Mobility
Futures
Innovation
Economics

Beschreibung

Durch Automatisierung, Digitalisierung, Elektrifizierung und Dekarbonisierung steht der ÖPNV gegenwärtig an der Schwelle eines massiven Wandels. Die Wertschöpfung wird momentan und in Zukunft hauptsächlich durch die Vernetzung von Dienstleistungen und die Neuorganisation der Verkehrsmittelnutzung verändert. Der Privatsektor wurde zu einem zentralen Treiber der Wertschöpfungsänderung: Verkehrsdienstleister und Internetkonzerne sowie zahlreiche Start-up-Unternehmen arbeiten an neuen Mobilitätsdiensten und Geschäftsmodellen. Das Projekt befasst sich mit Service-Innovationen und neuen Technologien im Kontext der sektoralen Transformation der Mobilitätswirtschaft und deren Auswirkungen auf den ÖPNV.

Im Projekt werden Wertschöpfungsstrukturen entsprechend dem Business-Modells typologisiert und zugeordnet. Die daraus entwickelten Szenarien beschreiben die Spannbreite möglicher Diffusionspfade der Geschäftsmodelle im zukünftigen Marktumfeld. Den Abschluss bildet eine Potenzial- und Risikoeinschätzung der Modelle hinsichtlich sozioökonomischer Gewinn- und Lastenverteilung.

Angesicht der aktuellen Lage werden in der Projektbearbeitung auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie untersucht und vor allem in den Szenarien in die Zukunft gedacht. Derzeit ist besonders der ÖPNV von den Konsequenzen der Krise betroffen, aber auch die Wertschöpfungsstrukturen digital basierter Mobilitätsdienstleistungen.

Aufgabe des IZT ist es, die transformatorische Kontexterzählung analytisch aufzuarbeiten. Mit Hilfe des Technological-Transition-Modell, auch bekannt als Mehr-Ebenen- bzw. Multi-Level-Perspektive nach Frank W. Geels werden die großen Transformationsdynamiken und -treiber identifiziert und das Regime des ÖPNV unter besonderer Berücksichtigung des Geschäftsmodells dargestellt. Davon ausgehend sollen innovatorische Impulse in der Kombination ÖPNV und neue Mobilitätsdienstleistungen hervorgehoben werden. Damit wird die momentane Lage der Mobilitätsanbieter in ihrer Transformationsdynamik beschrieben und typischen Geschäftsfeldern zugeordnet. Exemplarische Angebotsbeschreibungen werden auf der Basis einer Typologisierung von Anwendungen erstellt. Die Untersuchung ausgewählter Fallbeispiele gehört ebenso zu den Aufgaben des IZT.

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