Zukunftsstudie zu Mensch-Maschine-Schnittstellen

Ob die Eingaben am Bankautomaten erfolgen oder zu Hause am Tablet: In beiden Situationen handelt es sich um Mensch-Maschine-Interaktionen (engl.: Human Machine Interaction - HMI). Diese Anwendungen reichen vom industriellen Einsatz in rauer Umgebung bis hin zur Unterhaltungselektronik. Ziel der IZT-Zukunftsstudie "Human Machine Interaction – HMI" war es, valides Zukunftswissen zu erarbeiten: für bedeutende Hersteller von Touchscreens, Metalltastaturen sowie weiteren flachen Eingabesystemen. Vordringlich für die betreffenden Unternehmen ist die Frage, welche technologischen Entwicklungslinien und neuartigen, ggf. auch disruptiven Innovationen die Eingabesysteme mittel- und langfristig prägen werden. Das IZT erstellte eine Trendanalyse und führte eine Real-Time Delphi Befragung von Branchenfachleuten aus Wirtschaft und Wissenschaft durch.
© CC BY-NC-ND 4.0 Creator Laszlo Nemeth
Zukunftsstudie Human Machine Interfaces (HMI)
2018 - 2019
Fachgemeinschaft Eingabesysteme

Beschreibung

Eine Interaktion, bei der Information zwischen Benutzer und System mittels einer Schnittstelle (engl.: User Interface – UI) ausgetauscht wird, wird als "Mensch-Maschine-Interaktion" (engl.: Human Machine Interaction – HMI) bezeichnet. Die Art und Weise der Interaktion ist vielfältig möglich und in Zeiten der Digitalisierung mehr durch die menschlichen Fähigkeiten als durch die oftmals komplexen digitalen Prozesse beschränkt: Im Kern geht es darum, über Sensoren Eingabebefehle (Input) an eine Maschine zu übergeben und im Gegenzug den Nutzerinnen und Nutzern das Resultat (Output) der maschinellen Prozesse verständlich zu vermitteln, so dass korrekte bzw. sinnvolle Anschlusshandlungen erfolgen können.

Für industrielle Produktionsumgebungen gilt, dass HMI sich im Zuge der Produktion 4.0 wandeln und flexibilisieren muss, um den wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen gerecht zu werden. Dies bleibt nicht ohne Auswirkungen auf den Produktionsprozess sowie die Rolle des Menschen darin bzw. die Anforderungen, die Beschäftigte an HMI stellen. Aber auch aus gesellschaftlicher Sicht ergeben sich Dynamiken, beispielsweise aufgrund einer zunehmend diversen, älter und interkultureller werdenden Arbeitnehmerschaft.

Auch wenn displaybasierte Systeme (Graphic User Interfaces – GUI) heutige Mensch-Maschine-Interaktionen prägen, beschreiben die obigen Beispiele Entwicklungspfade, die allein in den letzten zwölf Jahren industrielle Eingabesysteme zunehmend beeinflusst haben. Vor dem Hintergrund des sozio-ökonomischen und technologischen Wandels kann es keinen Zweifel geben, dass die Entwicklung weiterhin dynamisch verlaufen wird, dabei aber auch mit hohen Unsicherheiten verbunden ist. Die Fachgemeinschaft Eingabesysteme sucht vor diesem Hintergrund Orientierungswissen, welche technologischen Entwicklungslinien und neuartigen, ggf. auch disruptiven und inkrementellen Innovationen HMI mittel- und langfristig prägen werden.

Ziel der Zukunftsstudie "Human Machine Interaction – HMI" war es daher, im Kontext von HMI valides Orientierungswissen bereitzustellen und dabei die Veränderungen und deren Implikationen für die in der Fachgemeinschaft Eingabesysteme vertretenen Branchen und Unternehmen besonders zu berücksichtigen. Dabei wurde die Aufgabenstellung verfolgt, praktisch verwertbares Zukunftswissen durch Trendanalysen und eine Befragung von ausgewählten Experten mit Anwendungsbezug zu generieren. Die Befragung wurde als Real-Time-Delphi konzipiert. Auf dieser Basis können letztlich eine zukunftsfähige Anpassung und Optimierung der Produktkenntnisse an neue Technologien, veränderte Rahmenbedingungen sowie Anwendungsgebiete und -kontexte erfolgen.

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